Genitalherpes

Genitalherpes wird vom sogenannten Herpes-Simplex-Virus (HSV) verursacht, das in zwei Typen vorkommt. HSV Typ 2 ist das weniger verbreitete Virus, welches Genitalherpes verursacht und hauptsächlich den Intimbereich des Körpers befällt und die Körperregionen, die dem Intimbereich am nächsten sind. Die Übertragung auf andere Stellen des Körpers ist möglich, aber unwahrscheinlich. HSV Typ 1 ist der häufiger vorkommende Virustyp. HSV Typ 1 ist normalerweise als Lippenherpes bekannt und sorgt für Fieberbläschen um den Mund herum. Lippenherpes kann den Intimbereich ebenfalls befallen, dies ist jedoch sehr ungewöhnlich.

Diese Aufteilung hat sich durch Anpassungen der Herpes-Simplex-Viren entwickelt und macht jeden Typ des Virus zu einem Spezialisten dafür einen bestimmten Körperteil zu infizieren. In manchen unglücklichen Fällen können beide Viren jedoch auch andere Teile des Körpers befallen.

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Herpes ist nicht gefährlich und so verbreitet wie eine Erkältung
Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass ungefähr 70 bis 80 % der Bevölkerung in Deutschland entweder mit dem Herpes-Simplex-Virus infiziert sind oder Antikörper dagegen in ihrem Blut haben. Ungefähr 20 % aus dieser großen Gruppe leiden regelmäßig unter Fieberbläschen. Die verbleibende Gruppe besteht aus den sogenannten „stillen Trägern“ (zirka 80 % der Infizierten), die nie irgendwelche Symptome entwickeln. Trotzdem kann diese Gruppe das Virus an nicht infizierte Personen übertragen. Das ist der Hauptgrund, warum Herpes so weitverbreitet ist.

Genitalherpes ist wahrscheinlich die am Weitesten verbreitete sexuell übertragbare Geschlechtskrankheit
Es wird weithin angenommen, dass zwischen 20 und 25 % der deutschen Bevölkerung mit Genitalherpes infiziert sind. Die Mehrheit davon entwickelt keine Symptome oder andere Anzeichen einer Infektion. Eine gängige Schätzung geht davon aus, dass nur 25 % aller Infizierten Wunden oder andere Hautausschläge im Genitalbereich entwickeln. Das bedeutet, dass ungefähr 75 % aller infizierten Personen sogenannte „Stille Träger“ oder, mit anderen Worten Personen sind, die das Virus unwissentlich in sich tragen und andere damit infizieren können.

Die Mehrheit der infizierten Personen zeigt niemals irgendwelche Symptome
Nur eine Minderheit aller mit Herpes Genitalis Infizierten entwickelt Symptome wie offene Stellen und Herpes-Bläschen. Diese Minderheit beträgt nur ungefähr 20 bis 25 % aller mit Genitalherpes infizierten Personen. Ob jemand die Krankheitssymptome entwickelt oder nicht, ist dabei sehr stark vom Immunsystem abhängig. Ein starkes Immunsystem kann Ausbrüche von Genitalherpes unterdrücken und das Aufkommen von Symptomen verhindern. Auch kann die Intensität der Krankheit sehr stark schwanken und eine Person, die das Herpesvirus seit 18 Jahren ohne Symptome in sich trägt kann plötzlich entsprechende Symptome wie Bläschen oder wunde Stellen entwickeln.

Herpes-Simplex kann nicht geheilt werden
Das Herpes Virus bleibt lebenslang im Körper eines Infizierten, da es nicht entfernt oder geheilt werden kann. Es liegt zwischen den Ausbrüchen ruhend im Nervensystem der Spinalganglien. Leider gibt es zur Zeit weder eine Impfung gegen, noch eine Heilung für Genitalherpes. Das Herpes-Simplex-Virus kann jedoch mit antiviralen Medikamenten, die das Virus unterdrücken und Ausbrüche verhindern oder schnell beenden, behandelt werden. Solche Behandlungen sind sowohl beim Verhindern von Ausbrüchen des Virus, als auch bei der Beschleunigung der Heilung der Symptome wie Herpes-Bläschen und offener Hautstellen, effektiv. Behandlungen erfolgen typischerweise entweder durch Salben, die auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden oder durch Tabletten.

Der Virus schlägt zu, wenn Ihr Immunsystem schwach ist
Ausbrüche von Herpes treten meistens während Phasen auf, in denen das Immunsystem schwach ist. Es gibt viele mögliche Faktoren, welche das Immunsystem beeinflussen. Einige Beispiele sind Schlafentzug, Stress und Depressionen. Herpes Ausbrüche treten häufiger auf, wenn Sie viel Zeit in der Sonne verbringen, weshalb viele Menschen in ihren Ferien in warmen Ländern unter diesen Ausbrüche leiden. Das Herpesvirus ist normalerweise in den ersten 5 bis 10 Jahren nach der Infektion am aktivsten. In dieser Zeit kommt es häufiger zu Herpes Ausbrüchen. Danach kommen Herpes Ausbrüche weniger oft vor.

Übertragung durch Geschlechtsverkehr
Die meisten Menschen infizieren sich mit dem Herpesvirus durch sexuelle Aktivitäten, wie zum Beispiel Geschlechtsverkehr. Die höchste Infektionswahrscheinlichkeit liegt vor, wenn Wundsekret aus Herpes-Bläschen oder von Wundstellen mit der Haut eines Nichterkrankten in Berührung kommt. Außerhalb des Körpers kann das Virus nicht lange überleben. Dies bedeutet aber auch eine theoretische Chance, sich z.B. durch Toilettensitze, Unterwäsche und Handtücher anzustecken. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, sich auf diese Weise mit dem Virus zu infizieren ist jedoch sehr gering, da das Virus in solchen Umgebungen ziemlich schnell stirbt. Schwangere können den Herpes-Simplex-Virus jedoch bei der Geburt auf ihr Neugeborenes übertragen, wenn sie sichtbare Herpes Wunden oder Bläschen haben.

Symptome
Es gibt einige übliche Muster, wie sich die Symptome von Herpes Genitalis entwickeln. Der erste Herpes Ausbruch im Intimbereich ruft typischerweise leichtes Fieber und Schmerzen in der Leistengegend und den Lymphdrüsen hervor. Weitere Ausbrüche sind dann normalerweise mit einem brennenden und juckenden Gefühl an den betroffenen Hautstellen verbunden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man kleine Knoten unter der betroffenen Haut fühlt. Die Herpes-Bläschen tauchen dann ein paar Tage später auf, platzen auf und bilden kleine Wundstellen. Diese Phase der offenen feuchten Wundstellen, die einen brennenden Schmerz verursachen ist normalerweise schmerzhaft und unangenehm. Die Wahrscheinlichkeit, das Virus zu übertragen, ist in dieser Phase am höchsten. Der gesamte Prozess vom Auftauchen der kleinen Bläschen bis zur Wundformung dauert normalerweise 1 bis 2 Wochen.
Symptome treten typischerweise auf:

– in der Vagina und um die Vaginalöffnung herum
– am Penisschaft
– am Skrotum
– Am Gesäß, im Lendenwirbelbereich oder um den Anus

Genitalherpes ist harmlos
Genitalherpes und das Virus, das es verursacht, sind harmlos und verursachen außer unangenehmen und manchmal schmerzhaften Symptomen keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme. Forschungen zur Auswirkung des Herpesvirus auf das Immunsystem haben herausgefunden, dass das Immunsystem sogar eine Abwehr gegen andere Infektionen bildet, wenn es dem Herpes-Simplex-Virus ausgesetzt war.

Sind irgendwelche Gesundheitsgefahren mit Genitalherpes verbunden?
Das ernsthafteste Gesundheitsrisiko während eines Herpes Ausbruchs sind die offenen Wunden, die sich aus den Herpes-Bläschen entwickeln. Diese Wundstellen heilen oft nur langsam und bieten während dieser Zeit die Möglichkeit, sich weitere Infektionen einzufangen. Dies kann zu Vereiterungen führen und dazu, dass solche Wundstellen größer werden und andere Körperregionen erreichen. Solche Fälle können durchaus ernst werden, müssen medizinisch begutachtet und mit Antibiotika behandelt werden.

Es ist mit ernsthaften Risiken verbunden, wenn sich ein Neugeborenes mit dem Herpesvirus infiziert. Sein Immunsystem ist noch nicht auf ein solches Virus eingestellt. Das Virus kann die Atemwege, den Mund und die Nase befallen und in einigen Fällen führt es sogar zu Meningitis. Dies kann das Kind in eine lebensbedrohliche Situation bringen. Um diese folgenschweren Risiken auszuschließen wird Frauen, die zum Geburtszeitpunkt sichtbare Wundstellen einer Herpesinfektion haben, normalerweise ein Kaiserschnitt empfohlen